„Aktionstage Gegen-Uni – Allein sparen sie Dich ein! “

Nach drei tollen Aktionstagen wollen wir, die Initiativgruppe, uns bedanken! Bei allen die da waren, mit gelauscht, mit gedacht, mit geredet und mit diskutiert haben. Allen die mit geholfen, mit getragen, mit gefeiert haben!
Allen die daran beteiligt waren Handlungsoptionen zu entwerfen und allen die am Donnerstag dabei waren, als wir eine dieser Handlungsmöglichkeiten in Ludwigshafen und Speyer umgesetzt haben, in dem wir laut wurden und Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Situation und die Missstände in unseren Arbeitsfeldern Pflege und Soziale Arbeit informiert haben!!!

Es hat uns sehr gut getan, zu sehen, dass ganz viele Menschen aus unterschiedlichen Studiengängen, aus der Praxis, aus verschiedenen Semestern und Arbeitsbereichen kamen und mit Freude teil genommen haben!
Wir hoffen sehr, die Idee der Aktionstage in irgendeiner Form weiterführen zu können und freuen uns schon auf nächstes Mal, wenn es wieder heißt: ACTION!

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Zur Idee der Aktionstage:

Die „Aktionstage Gegen-Uni – Allein sparen sie Dich ein!“ finden vom 19.-21. November 2013 an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein, Standort Maxstraße statt. Durchgeführt werden sie von einer semesterübergreifenden Initiativgruppe an der Hochschule Ludwighafen am Rhein (Studierende des Sozial- und Gesundheitswesens, Fachbereich IV).

Mit den Aktionstagen sollen aktuelle sozialpolitische Missstände thematisiert werden, die uns als Studierenden, als werdende Arbeitnehmer_innen in der Sozialen Arbeit und Pflege und die Adressat_innen dieser Berufe maßgeblich betreffen und in der Handlungsfähigkeit einschränken. Ausgehend von der Analyse dieser Missstände wollen wir über erweiterte Handlungsmöglichkeiten nachdenken diese Missstände zu thematisieren und deren Überwinden zu versuchen.

Im Wesentlichen stellen wir zwei Fragen:
- Welche Auswirkungen haben aktuelle Ökonomisierungstendenzen (Stichworte: Krise(n), Neoliberalismus, Sozialabbau, Schuldenbremse) auf die Professionellen in Sozialberufen und ihre Adressat_innen sowie auf Studierende und Lehrende in diesem Feld?

- Wie kann diesen aktuellen Entwicklungen wirksam entgegen getreten werden? Welche konkreten Perspektiven gibt es, sich einer neoliberalen Transformation des Sozialen zu verweigern und Utopien eines anderen Arbeitens und Zusammenlebens zu diskutieren und zu verwirklichen?

Zum Thema:
An diesen Aktionstagen wollen wir über aktuelle Entwicklungen des Sozialstaats und in den Sozialberufen diskutieren. In den letzten Jahrzehnten lassen sich Tendenzen eines neoliberalen Projekts beschreiben, die eine Ökonomisierung weiter Teile des Sozialen vorangetrieben haben.
Dies hat Folgen, sowohl für die im Sozialbereich Arbeitenden, als auch für ihre Adressat_innen: Verschärfung der sozialen Ungleichheit und Ausschließungsprozesse, Prekarisierung der Arbeitsbedingungen und Ausbeutung im Arbeitsalltag , Stellenabbau und Kürzungen im Sozialen seien hier als Stichworte genannt.

Seit mehreren Jahren wankt Europa von Krise zu Krise. Die Zukunftsversprechen des Neoliberalismus scheinen erledigt zu sein. An vielen Orten in Europa kämpfen Menschen für eine andere Form des sozialen Miteinanders. Aber was sind Alternativen, sind Alternativen ersichtlich? Was ist unsere konkrete Perspektive hier vor Ort? Wir wollen über widerständige Positionen und Perspektiven nachdenken und darüber ob und wie ein langfristiges Engagement hier vor Ort verankert werden könnte.

In wieweit unterscheiden sich die Aktionstage von dem aktuellen Lehrbetrieb am Fachbereich?
Auch wenn diese Themen bereits im Curriculum des Fachbereich 4 an der Hochschule verankert sind, wollen wir die Möglichkeit selbstorganisierter, studentischer Aktionstage dazu nutzen, einen anderen Zugang zu diesen Themen zu finden.

- Wir wollen einen Denk- und Diskussionsraum schaffen – jenseits von Prüfungsdruck und hochschulorganisatorisch begründeten Zusammenhängen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem semesterübergreifend Prozesse in und außerhalb der Hochschule reflektiert werden können. Wir wollen einen Raum schaffen in dem alle Beteiligten auf möglichst gleicher Ebene mitdiskutieren und Visionen entwickeln können.

- Wir wollen einen Raum schaffen, in dem ausgehend von der Analyse der Situation, vor allem widerständige Handlungsmöglichkeiten in den Blick genommen und auf ihre praktische Durchführbarkeit hin befragt werden. Wir wollen uns konkret fragen, was wir tun und was wir tun wollen. Dazu gehört für uns, sich über Wege langfristigen Engagements Gedanken zu machen (und was dafür notwendig ist).


Wie sieht das konkret aus?

Dienstag und Mittwoch wollen wir eine Analyse der Ist-Situation aber auch widerständige Perspektiven dagegen thematisieren und diskutieren. Nachmittags wollen wir in offenen Podiumsdiskussionen aktuellen Entwicklungen im Sozialstaat und Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit und Pflege und die Frage des Potenzials kritischer Arbeitskreise Sozialer Arbeit bzw. die Frage ob und wie dies für unsere Region eine Option darstellt, analysieren und diskutieren. Im Anschluß wollen wir den Abend mit einem gemeinsamen Essen und Live Musik bzw. DJ’s ausklingen lassen.

Am Dienstag finden Workshops und Vorträge statt, die von uns organisiert sind. Parallel finden die Angebote der Studienbegleittage statt. Wir würden uns freuen, wenn auch Studierende der Schwerpunkte von uns angebotene Veranstaltungen besuchen. Am Mittwoch finden wieder von uns organisierte Workshops und Vorträge statt. Die normalen Lehrveranstaltungen werden von Hochschulseite parallel angeboten. Am Donnerstag oder Freitag wollen wir gemeinsam gegen Stellenstreichungen im Diakonischen Werk protestieren. Diese Stellenstreichungen stehen symptomatisch für die Ökonomisierungstendenzen in den Sozialberufen. In Absprache mit der Mitarbeitervertretung der Diakonie werden wir unseren Unmut über diese Kürzungen im Sozialbereich auf die am Donnerstag oder Freitag stattfindende Synode der Diakonie tragen und dort kreativ und laut unseren Protest zeigen. Falls Die Mitarbeitervertretung keine Aktionen für diese Tage plant werden wir eine alternative Straßenaktion in Ludwighafen gemeinsam vorbereiten.

Wir brauchen Ihre / Eure Unterstützung, Ideen, Energie, Solidarität, Interesse und Mithilfe…. und wir werden zusammen eine neue Sicht auf die Strukturen und unsere Handlungsmöglichkeiten darin entwickeln, diskutieren, denken, erweitern?!?

Kontaktmöglichkeit:
gegenunilu@gmail.com